Gut geschützt durch die Erkältungszeit
Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und sich die ersten Erkältungen bemerkbar machen, beschäftigen sich viele Menschen wieder intensiver mit ihrer Gesundheit. Jetzt soll das Immunsystem möglichst gut vorbereitet sein. Ein Ingwer Shot am Morgen, eine heiße Zitrone am Abend oder eine Extraportion Vitamin C scheinen dafür genau das Richtige zu sein. Auch Vitamin D wird häufig empfohlen, um den Körper rechtzeitig vor den Wintermonaten zu stärken.
Doch was ist an diesen Tipps wirklich dran? Die gute Nachricht: Sie können einiges tun, um Ihre körpereigenen Abwehrkräfte zu unterstützen. Allerdings funktioniert das Immunsystem nicht wie ein Akku, den man mit einem bestimmten Getränk oder einer Tablette schnell wieder auflädt. Es braucht verschiedene Nährstoffe, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und Zeit zur Erholung. Ebenso wichtig ist es, sich vor Krankheitserregern zu schützen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass beliebte Hausmittel unterschiedlich gut belegt sind. Manche helfen vor allem dabei, Beschwerden zu lindern. Andere können bei einem tatsächlichen Nährstoffmangel sinnvoll sein, verhindern aber nicht automatisch jede Erkältung.
Wir schauen uns deshalb die wichtigsten Immun Tipps genauer an und zeigen Ihnen, was sich im Alltag wirklich lohnt.
Wie funktioniert unser Immunsystem eigentlich?
Unser Immunsystem ist ein komplexes Abwehrsystem, das den Körper vor Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzen schützt. Es arbeitet rund um die Uhr, auch wenn wir davon normalerweise nichts bemerken. Gelangen beispielsweise Erkältungsviren über die Atemwege in den Körper, setzt eine Reihe von Abwehrreaktionen ein, um die Erreger zu erkennen, ihre Vermehrung einzudämmen und sie zu beseitigen.
Dabei arbeiten verschiedene Bestandteile zusammen. Die angeborene Immunabwehr reagiert schnell und bildet die erste Schutzlinie. Dazu gehören unter anderem die Haut, die Schleimhäute und bestimmte Abwehrzellen. Die erworbene Immunabwehr kann gezielt auf bestimmte Erreger reagieren und ein immunologisches Gedächtnis entwickeln. Dadurch kann der Körper bei erneutem Kontakt mit einem bekannten Erreger schneller reagieren.
Damit diese Prozesse funktionieren, benötigt der Körper ausreichend Energie und verschiedene Nährstoffe. Dazu zählen unter anderem Vitamin C, Vitamin D, Zink, Eisen, Eiweiß und weitere Vitamine und Mineralstoffe.
Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst hohe Mengen automatisch einen besseren Schutz bieten. Ein gut versorgter Körper profitiert nicht zwangsläufig von zusätzlichen Vitaminen. Entscheidend ist, dass kein Mangel besteht und die Abwehrprozesse zuverlässig ablaufen können.
Wichtig ist auch: Ein starkes Immunsystem bedeutet nicht, dass Sie niemals krank werden. Selbst Menschen, die sich ausgewogen ernähren, Sport treiben und ausreichend schlafen, können sich mit Erkältungsviren anstecken. Ziel ist deshalb nicht, jede Infektion auszuschließen, sondern die Gesundheit bestmöglich zu unterstützen und vermeidbare Risiken zu reduzieren.
Ingwer Shot: Hilfreicher Immun Booster oder überschätzter Trend?
Klein, scharf und schnell getrunken: Ingwer Shots gehören inzwischen für viele Menschen zur morgendlichen Gesundheitsroutine. Meist bestehen sie aus frischem Ingwer, Zitronensaft und manchmal Orangensaft, Honig oder weiteren Zutaten. Häufig wird ihnen eine besondere Wirkung auf das Immunsystem zugeschrieben.
Doch kann ein kleiner Shot tatsächlich vor Erkältungen schützen?
Was Ingwer im Körper bewirken kann
Ingwer enthält verschiedene Pflanzenstoffe, darunter Gingerole und Shogaole. Diese Stoffe werden wegen ihrer antioxidativen und entzündungsbezogenen Eigenschaften untersucht. Es gibt Hinweise auf verschiedene biologische Wirkungen, die jedoch nicht automatisch bedeuten, dass Ingwer Erkältungen beim Menschen verhindert.
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Laboruntersuchungen und klinischen Studien. Im Labor lassen sich bestimmte Effekte auf Zellen oder Entzündungsprozesse beobachten. Daraus lässt sich aber nicht ohne Weiteres ableiten, dass das Trinken eines Ingwer Shots die Infektionshäufigkeit senkt oder eine bestehende Erkältung verkürzt.
Lohnt sich der Ingwer Shot trotzdem?
Ja, wenn Sie ihn gerne trinken und gut vertragen. Ingwer kann eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen und für einen frischen, würzigen Geschmack sorgen. Ein selbst gemachter Shot aus Ingwer, Zitrone und etwas Wasser ist eine mögliche Alternative zu stark gezuckerten Fertiggetränken.
Allerdings sollten Sie auf die Zusammensetzung achten. Manche Fertigprodukte enthalten größere Mengen Fruchtsaft oder zugesetzten Zucker. Das macht sie nicht automatisch ungesund, sollte aber bei regelmäßigem Konsum berücksichtigt werden.
Auch die Schärfe hat ihre Grenzen. Konzentrierte Ingwer Shots können bei empfindlichen Menschen Sodbrennen, Magenreizungen oder Bauchbeschwerden auslösen. Wer unter Reflux oder einem empfindlichen Magen leidet, sollte zunächst kleine Mengen ausprobieren. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere wenn die Blutgerinnung betroffen ist, empfiehlt sich bei hoch dosierten Ingwerprodukten eine Rücksprache mit Arzt oder Apotheke.
Unser Fazit zum Ingwer Shot: Er ist ein mögliches Ergänzungsgetränk, aber kein wissenschaftlich belegter Schutzschild gegen Erkältungen. Wenn Sie Ingwer mögen, genießen Sie ihn ruhig. Setzen Sie Ihre Erwartungen jedoch nicht zu hoch.
Vitamin C: Die Geheimwaffe gegen Erkältungen?
Vitamin C zählt zu den bekanntesten Nährstoffen, wenn es um das Immunsystem geht. Kaum beginnt die Erkältungszeit, greifen viele Menschen zu Vitamin C Tabletten, Brausetabletten oder hoch dosierten Präparaten. Dahinter steckt die Vorstellung, dass eine zusätzliche Portion Vitamin C die Abwehrkräfte stärkt und Erkältungen verhindert.
Tatsächlich ist Vitamin C für den Körper unverzichtbar. Die Frage ist allerdings, ob mehr davon auch mehr Schutz bedeutet.
Warum Vitamin C wichtig ist
Vitamin C unterstützt verschiedene Funktionen des Immunsystems. Es trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei, unterstützt die normale Funktion bestimmter Immunzellen und ist an der Bildung von Kollagen beteiligt. Kollagen ist unter anderem für die normale Funktion von Haut und Bindegewebe wichtig.
Da der Körper Vitamin C nicht selbst herstellen kann, muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen sind Paprika, Brokkoli, Rosenkohl, Kiwi, Beeren und Zitrusfrüchte.
Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf bei den meisten gesunden Menschen problemlos. Besonders günstig ist es, regelmäßig frisches Obst und Gemüse zu essen, anstatt sich auf einzelne Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen.
Verhindert Vitamin C tatsächlich eine Erkältung?
Die wissenschaftliche Studienlage fällt ernüchternder aus, als viele Werbeversprechen vermuten lassen.
Eine Cochrane Übersichtsarbeit, die 29 Studien mit mehr als 11.000 Teilnehmenden auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C das Erkältungsrisiko in der Allgemeinbevölkerung nicht wesentlich senkt. Bei Menschen, die kurzfristig einer außergewöhnlich hohen körperlichen Belastung ausgesetzt waren, etwa Marathonläufern oder Skifahrern, zeigten sich hingegen günstigere Ergebnisse.
Was bedeutet das für den Alltag? Wer bereits ausreichend mit Vitamin C versorgt ist, kann durch zusätzliche Tabletten nicht zuverlässig verhindern, dass er sich ansteckt. Eine regelmäßige Einnahme kann die Dauer einer Erkältung möglicherweise geringfügig verkürzen. Der Effekt ist jedoch überschaubar.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Studien zeigen keinen überzeugenden, einheitlichen Nutzen, wenn Vitamin C erst nach Beginn der Erkältung in hohen Mengen eingenommen wird.
Wie viel Vitamin C ist sinnvoll?
Die beste Grundlage ist eine Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse. Eine zusätzliche Einnahme kann bei einem nachgewiesenen oder vermuteten Mangel oder in bestimmten besonderen Lebenssituationen sinnvoll sein. Ob das notwendig ist, hängt von der individuellen Ernährung und gesundheitlichen Situation ab.
Hoch dosierte Präparate sind nicht automatisch besser. Größere Mengen können Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe verursachen. Bei Menschen, die zu Nierensteinen neigen oder an bestimmten Eisenstoffwechselstörungen leiden, ist besondere Vorsicht geboten.
Wenn Sie Vitamin C ergänzen möchten, lassen Sie sich am besten bei uns in der Europa Apothgeke beraten, welche Menge in Ihrem Fall angemessen ist. Mehrere Präparate gleichzeitig einzunehmen, kann zu unnötig hohen Gesamtmengen führen.
Unser Fazit zu Vitamin C: Der Nährstoff ist für eine normale Immunfunktion unverzichtbar. Als Erkältungsschutz ist er jedoch keine Geheimwaffe. Regelmäßig ausreichend Vitamin C über die Ernährung aufzunehmen, ist sinnvoller als bei den ersten Anzeichen eines Schnupfens zu einer möglichst hoch dosierten Tablette zu greifen.
Vitamin D vor dem Winter: Lohnt sich die rechtzeitige Einnahme?
Vitamin D nimmt unter den Nährstoffen eine besondere Stellung ein. Der Körper kann es mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden. Gleichzeitig spielt es eine wichtige Rolle für den Knochenstoffwechsel und die normale Funktion des Immunsystems.
Gerade im Herbst und Winter wird deshalb häufig empfohlen, Vitamin D vorsorglich einzunehmen. Doch kann eine Ergänzung tatsächlich vor Erkältungen und anderen Atemwegsinfektionen schützen?
Warum Vitamin D im Winter besonders interessant ist
Für die körpereigene Bildung von Vitamin D benötigt die Haut ausreichend UVB Strahlung. In unseren Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung während der Wintermonate dafür häufig nicht stark genug. Wer sich zusätzlich wenig im Freien aufhält oder nur wenig Haut der Sonne aussetzt, kann ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Vitamin D Versorgung haben.
Vitamin D ist an verschiedenen Immunprozessen beteiligt. Es unterstützt unter anderem die normale Funktion von Immunzellen und beeinflusst bestimmte Abwehrmechanismen. Ein ausgeprägter Mangel sollte deshalb vermieden und bei Bedarf behandelt werden.
Allerdings muss zwischen zwei Aussagen unterschieden werden: Vitamin D ist für das Immunsystem wichtig. Daraus folgt nicht automatisch, dass jede zusätzliche Einnahme Infektionen verhindert.
Was sagt die Forschung zur Vorbeugung von Erkältungen?
Frühere Studien und Metaanalysen lieferten Hinweise darauf, dass Vitamin D das Risiko für akute Atemwegsinfektionen geringfügig senken könnte. Besonders Menschen mit einem deutlichen Vitamin D Mangel schienen möglicherweise davon zu profitieren.
Eine neuere systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse, veröffentlicht 2025 im Fachjournal The Lancet Diabetes & Endocrinology, wertete Daten aus 46 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt mehr als 60.000 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Eine Vitamin D Ergänzung zeigte insgesamt keinen statistisch gesicherten Schutz vor akuten Atemwegsinfektionen. Frühere positive Ergebnisse konnten damit nicht eindeutig bestätigt werden.
Das bedeutet nicht, dass Vitamin D für die Gesundheit unwichtig wäre. Es zeigt vielmehr, dass eine routinemäßige Einnahme nicht als verlässliche Methode zur Erkältungsvorbeugung angesehen werden kann.
Wer sollte Vitamin D ergänzen?
Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen Vitamin D Mangel. Dazu können Personen gehören, die sich kaum im Freien aufhalten, bestimmte Erkrankungen haben oder aufgrund ihrer Lebensumstände nur wenig Vitamin D bilden können.
Ob eine Ergänzung erforderlich ist, hängt von der individuellen Situation ab. Bei einem begründeten Verdacht auf einen Mangel kann eine ärztliche Beurteilung sinnvoll sein. Ein Bluttest ist nicht für jeden gesunden Menschen automatisch notwendig, kann bei bestimmten Risikofaktoren aber zur Klärung beitragen.
Entscheidend ist außerdem die richtige Dosierung. Vitamin D ist fettlöslich und kann sich im Körper anreichern. Eine langfristige Überdosierung kann zu erhöhten Kalziumwerten im Blut führen und unter anderem Nieren schädigen. Hoch dosierte Präparate sollten deshalb nicht auf eigene Faust über längere Zeit eingenommen werden.
Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, die bereits Vitamin D über mehrere Präparate aufnehmen oder an Erkrankungen leiden, die den Kalziumstoffwechsel beeinflussen.
Unser Fazit zu Vitamin D: Eine gute Vitamin D Versorgung ist wichtig, insbesondere bei einem Mangel. Die zusätzliche Einnahme vor dem Winter ist aber kein garantierter Schutz vor Erkältungen. Lassen Sie bei erhöhtem Mangelrisiko individuell prüfen, ob und in welcher Dosierung eine Ergänzung sinnvoll ist.
Heiße Zitrone: Wohltuendes Hausmittel oder echter Erkältungsschutz?
Wenn der Hals kratzt oder sich eine Erkältung ankündigt, gehört die heiße Zitrone zu den Klassikern unter den Hausmitteln. Sie ist schnell zubereitet, schmeckt frisch und wird häufig mit Honig kombiniert. Viele Menschen verbinden das Getränk mit einer Extraportion Vitamin C und der Hoffnung, die Erkältung noch abwenden zu können.
Ganz so einfach ist es leider nicht.
Was die heiße Zitrone tatsächlich bringt
Zitronen enthalten Vitamin C und können damit einen Beitrag zur täglichen Versorgung leisten. Ein warmes Getränk kann außerdem bei Halsschmerzen als angenehm empfunden werden und dazu beitragen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Gerade bei Erkältungen ist das hilfreich, weil der Körper durch Fieber und vermehrtes Schwitzen mehr Flüssigkeit verlieren kann. Warme Getränke können zudem das subjektive Wohlbefinden verbessern und einen gereizten Hals beruhigen.
Eine heiße Zitrone beseitigt jedoch keine Erkältungsviren und ist nicht als zuverlässige Vorbeugung gegen Infektionen belegt. Auch die Annahme, dass sich eine Erkältung durch besonders viel Vitamin C im Getränk verhindern lässt, wird durch die Studienlage nicht gestützt.
Geht Vitamin C durch heißes Wasser verloren?
Vitamin C ist empfindlich gegenüber Wärme und kann bei längerer oder starker Erhitzung teilweise abgebaut werden. Wie viel verloren geht, hängt unter anderem von Temperatur und Erhitzungsdauer ab.
Wenn Sie eine heiße Zitrone zubereiten möchten, geben Sie den Zitronensaft deshalb am besten erst in das Wasser, wenn es etwas abgekühlt ist. Das ist eine einfache Möglichkeit, unnötige Vitaminverluste zu reduzieren.
Das Getränk muss dafür nicht kalt sein. Es darf weiterhin angenehm warm sein, wenn Sie es trinken möchten.
Hilft Honig zusätzlich?
Honig kann den Geschmack verbessern und bei Husten als wohltuend empfunden werden. Es gibt Hinweise, dass Honig akuten Husten lindern kann, insbesondere bei Kindern über einem Jahr. Die Wirkung betrifft vor allem die Beschwerden und ist nicht mit einem Schutz vor Infektionen gleichzusetzen.
Wichtig: Kindern unter zwölf Monaten darf kein Honig gegeben werden, weil das Risiko für Säuglingsbotulismus besteht.
Wer Zucker reduzieren möchte, kann die heiße Zitrone auch ohne Honig trinken. Die gesundheitlichen Vorteile des Getränks hängen nicht davon ab, dass es gesüßt wird.
Unser Fazit zur heißen Zitrone: Sie ist ein sinnvolles Hausmittel, wenn Sie ein warmes Getränk genießen, Ihren Flüssigkeitshaushalt unterstützen und Ihren Hals beruhigen möchten. Als Schutz vor einer Erkältung sollten Sie sie jedoch nicht betrachten.
Ernährung: Die Grundlage für eine funktionierende Immunabwehr
So verlockend einzelne Immunprodukte auch sein mögen: Eine ausgewogene Ernährung ist langfristig wichtiger als ein bestimmter Shot oder eine einzelne Tablette. Das Immunsystem benötigt viele verschiedene Nährstoffe, die sich am besten über abwechslungsreiche Mahlzeiten zuführen lassen.
Obst und Gemüse täglich einplanen
Obst und Gemüse liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und weitere Pflanzenstoffe. Besonders Vitamin C, Folat und verschiedene antioxidativ wirkende Stoffe tragen zur normalen Körperfunktion bei.
Greifen Sie möglichst zu unterschiedlichen Sorten. Paprika, Brokkoli, Kohl, Beeren, Äpfel und Zitrusfrüchte sind gute Möglichkeiten. Tiefgekühltes Gemüse und Obst können ebenfalls eine praktische und nährstoffreiche Alternative sein.
Wichtiger als ein einzelnes Superfood ist die Vielfalt über die Woche hinweg.
Eiweiß nicht vergessen
Auch Eiweiß ist für die Immunabwehr unverzichtbar. Der Körper benötigt Proteine unter anderem für den Aufbau und die Erneuerung von Gewebe sowie für zahlreiche Bestandteile des Immunsystems.
Gute Eiweißquellen sind beispielsweise Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch und Nüsse. Welche Lebensmittel Sie bevorzugen, können Sie an Ihre persönlichen Vorlieben und Ernährungsgewohnheiten anpassen.
Zink und weitere Mineralstoffe
Zink ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und für die normale Funktion des Immunsystems wichtig. Auch Eisen, Selen und weitere Mineralstoffe erfüllen wichtige Aufgaben.
Eine zusätzliche Einnahme ist allerdings nicht automatisch erforderlich. Wer ausreichend und abwechslungsreich isst, kann seinen Bedarf häufig gut decken. Eine dauerhafte hoch dosierte Zinkzufuhr kann sogar schaden und beispielsweise die Kupferaufnahme beeinträchtigen.
Wenn Sie einen Mangel vermuten, sollten Sie die Ursache abklären lassen, anstatt mehrere Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht miteinander zu kombinieren.
Was bedeutet das für den Alltag?
Planen Sie regelmäßige Mahlzeiten mit Gemüse, Obst, einer Eiweißquelle und möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln ein. Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee. Sie müssen dafür weder Ihre gesamte Ernährung umstellen noch teure Spezialprodukte kaufen.
Eine gesunde Ernährung ist keine Garantie gegen Infektionen. Sie schafft jedoch eine wichtige Grundlage dafür, dass Ihr Körper seine normalen Funktionen erfüllen kann.
Schlaf und Erholung: Unterschätzte Helfer des Immunsystems
Wer ständig zu wenig schläft, sich kaum Pausen gönnt und dauerhaft unter Stress steht, belastet den Körper. Gerade in der Erkältungszeit lohnt es sich deshalb, den eigenen Schlaf und die Erholung bewusst in den Blick zu nehmen.
Während des Schlafs laufen zahlreiche Regenerationsprozesse ab. Auch die Immunabwehr wird durch den Schlaf beeinflusst. Ausreichende Nachtruhe unterstützt die normalen Abwehrreaktionen und hilft dem Körper, sich von körperlichen und geistigen Belastungen zu erholen.
Für die meisten Erwachsenen sind etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht ein guter Orientierungswert. Der individuelle Bedarf kann etwas darüber oder darunter liegen.
Hilfreich sind regelmäßige Schlafenszeiten, ein möglichst dunkles Schlafzimmer und weniger Bildschirmzeit unmittelbar vor dem Zubettgehen. Auch Alkohol am Abend kann die Schlafqualität beeinträchtigen, selbst wenn er das Einschlafen zunächst erleichtert.
Was tun bei anhaltendem Stress?
Kurzfristiger Stress gehört zum Alltag. Dauerhafte Belastung kann dagegen Schlaf, Erholung und allgemeines Wohlbefinden beeinträchtigen. Planen Sie deshalb bewusst kleine Pausen ein. Ein Spaziergang, Atemübungen, ruhige Musik oder ein Treffen mit Freunden können helfen, Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Es gibt keinen einzelnen Entspannungstrick, der Erkältungen zuverlässig verhindert. Ein guter Umgang mit Stress ist aber ein sinnvoller Bestandteil eines gesunden Lebensstils.
Unser Tipp: Wenn Sie sich ständig müde fühlen, schlecht schlafen oder sich ungewöhnlich lange erschöpft fühlen, sollten Sie die Ursache nicht ausschließlich beim Immunsystem suchen. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Bewegung an der frischen Luft: Wie viel ist sinnvoll?
Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten Grundlagen eines gesunden Lebensstils. Sie unterstützt das Herz Kreislauf System, den Stoffwechsel und das allgemeine Wohlbefinden. Auch für die normale Funktion des Immunsystems ist körperliche Aktivität wichtig.
Dafür müssen Sie kein intensives Trainingsprogramm beginnen. Bereits regelmäßige Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder andere Aktivitäten, die zu Ihrem Alltag passen, sind ein guter Anfang.
Als Orientierung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Erwachsenen pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdaueraktivität. Zusätzlich sind muskelkräftigende Übungen an mindestens zwei Tagen pro Woche empfehlenswert.
Entscheidend ist, dass Sie eine Form der Bewegung finden, die Sie langfristig beibehalten können.
Ist Sport bei einer Erkältung sinnvoll?
Hier ist Vorsicht gefragt. Wenn Sie sich krank fühlen, Fieber haben oder unter deutlichen Beschwerden leiden, sollten Sie auf Sport verzichten. Der Körper benötigt dann Ruhe, um die Infektion zu bewältigen.
Insbesondere bei Fieber, Brustschmerzen, Atemnot oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl ist körperliche Belastung keine gute Idee. Bei solchen Beschwerden ist gegebenenfalls ärztlicher Rat erforderlich.
Nach einer stärkeren Infektion sollten Sie erst wieder trainieren, wenn Sie sich ausreichend erholt haben, und die Belastung schrittweise steigern.
Braucht man kalte Duschen oder Eisbäder?
Kalte Duschen und Eisbäder werden ebenfalls häufig als Immuntraining beworben. Kälte kann bestimmte körperliche Reaktionen auslösen und wird von manchen Menschen als belebend empfunden. Ein verlässlicher Schutz vor Erkältungen durch regelmäßige Kälteanwendungen ist jedoch nicht ausreichend belegt.
Wer kalte Duschen mag und gesund ist, kann sie als persönliche Gewohnheit beibehalten. Sie sind aber kein notwendiger Bestandteil einer wirksamen Erkältungsvorbeugung. Bei Herz Kreislauf Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen sollten intensive Kälteanwendungen vorher medizinisch abgeklärt werden.
Hände waschen, Räume lüften und Impfungen nutzen
Neben Ernährung, Schlaf und Bewegung gibt es Maßnahmen, die das Risiko einer Ansteckung unmittelbar beeinflussen können. Sie werden im Vergleich zu Nahrungsergänzungsmitteln manchmal unterschätzt, sind für die Vorbeugung von Atemwegsinfektionen aber besonders relevant.
Händehygiene schützt im Alltag
Erreger können über Hände und gemeinsam berührte Gegenstände weitergegeben werden. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife, insbesondere nach dem Naseputzen, nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Vermeiden Sie es außerdem, sich mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen. Das kann helfen, die Übertragung von Krankheitserregern zu reduzieren.
Regelmäßig lüften
In geschlossenen Räumen können sich infektiöse Partikel in der Luft anreichern. Regelmäßiges Lüften und eine gute Raumluftqualität helfen, die Belastung zu verringern. Das ist vor allem dort wichtig, wo viele Menschen zusammenkommen, etwa in Büros, Schulen und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wenn Atemwegsinfektionen stark verbreitet sind oder Sie besonders gefährdete Menschen schützen möchten, können zusätzliche Maßnahmen wie das Tragen einer gut sitzenden Maske in bestimmten Situationen sinnvoll sein.
Impfungen nicht vergessen
Impfungen gehören zu den wirksamsten medizinischen Möglichkeiten, sich vor bestimmten Infektionskrankheiten und schweren Krankheitsverläufen zu schützen.
Impfungen verhindern nicht jede Infektion. Sie bereiten das Immunsystem aber gezielt auf bestimmte Erreger vor und können insbesondere das Risiko schwerer Verläufe reduzieren.
Welche Impfungen für Sie aktuell empfohlen werden, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder bei uns in der Europa Apotheke. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Empfehlungen in Österreich.
Nahrungsergänzungsmittel: Wann sie sinnvoll sind und wann nicht
Der Markt für Immunpräparate ist groß. Multivitaminprodukte, Zinktabletten, Vitamin C, Vitamin D und Kombinationen verschiedener Pflanzenstoffe versprechen Unterstützung für die Abwehrkräfte. Doch nicht jedes Präparat ist für jeden Menschen sinnvoll.
Nahrungsergänzungsmittel können helfen, einen tatsächlichen Nährstoffmangel auszugleichen oder einen erhöhten Bedarf in bestimmten Situationen zu decken. Sie ersetzen jedoch weder eine ausgewogene Ernährung noch ausreichenden Schlaf oder medizinisch empfohlene Schutzmaßnahmen.
Nicht jedes Produkt hält, was die Werbung verspricht
Begriffe wie Immun Booster oder Abwehrkraft Komplex vermitteln häufig den Eindruck, dass sich das Immunsystem gezielt und schnell verstärken lässt. Tatsächlich sind die wissenschaftlichen Belege für viele Kombinationen begrenzt. Auch bei pflanzlichen Produkten unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Inhaltsstoffen, Dosierung und untersuchter Anwendung.
Prüfen Sie deshalb, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind und ob für die versprochene Wirkung belastbare Studien vorliegen. Ergebnisse aus Untersuchungen mit einem einzelnen Wirkstoff lassen sich nicht ohne Weiteres auf jedes Fertigprodukt übertragen.
Warum die richtige Dosierung wichtig ist
Mehr ist nicht immer besser. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin D können sich bei übermäßiger Einnahme im Körper anreichern. Auch hohe Mengen bestimmter Mineralstoffe können Nebenwirkungen verursachen oder die Aufnahme anderer Nährstoffe beeinträchtigen.
Wenn Sie mehrere Präparate verwenden, sollten Sie die enthaltenen Wirkstoffe und Mengen zusammenrechnen. Das gilt besonders für Kombipräparate, die ähnliche Vitamine oder Mineralstoffe enthalten.
Ihre Europa Apotheke als Anlaufstelle: Lassen Sie sich beraten, wenn Sie unsicher sind, ob ein Präparat für Sie geeignet ist, welche Dosierung sinnvoll ist oder ob Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten möglich sind. Bei Beschwerden, die auf einen Mangel hindeuten könnten, ist gegebenenfalls eine ärztliche Abklärung erforderlich.
Was hilft wirklich? Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick
Wenn Sie Ihr Immunsystem unterstützen möchten, müssen Sie nicht jeden aktuellen Gesundheitstrend mitmachen. Viel wichtiger ist eine Kombination aus Gewohnheiten, die sich im Alltag bewährt haben.
Eine abwechslungsreiche Ernährung versorgt den Körper mit den Nährstoffen, die er für seine normalen Funktionen benötigt. Ausreichender Schlaf unterstützt die Regeneration. Regelmäßige Bewegung fördert die allgemeine Gesundheit. Händehygiene, gutes Lüften und empfohlene Impfungen helfen, das Risiko bestimmter Infektionen oder schwerer Krankheitsverläufe zu reduzieren.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln kommt es dagegen auf die individuelle Situation an. Vitamin C ist wichtig, verhindert Erkältungen bei den meisten Menschen aber nicht. Vitamin D sollte bei einem Mangel oder erhöhtem Mangelrisiko gezielt berücksichtigt werden, ist jedoch kein verlässlicher Erkältungsschutz. Ingwer Shots und heiße Zitronen können wohltuend sein, sind aber keine nachgewiesenen Immun Booster.
Die beste Strategie ist deshalb nicht, möglichst viele Mittel gleichzeitig einzunehmen. Setzen Sie auf eine gute Grundversorgung, einen gesunden Lebensstil und Maßnahmen, deren Nutzen nachvollziehbar ist.
Wenn Sie häufig krank sind, sich ungewöhnlich lange erholen oder wiederholt schwere Infektionen durchmachen, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Nicht immer steckt dahinter ein geschwächtes Immunsystem, und nicht jede Erschöpfung lässt sich durch Vitamine beheben.
Zusammenfassung: Gesund durch den Winter
Ein starkes Immunsystem lässt sich nicht mit einem einzelnen Getränk oder einer Tablette auf Knopfdruck erreichen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: eine abwechslungsreiche Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und ein guter Umgang mit Stress. Auch Händehygiene, regelmäßiges Lüften und empfohlene Impfungen tragen dazu bei, sich vor Infektionen und schweren Krankheitsverläufen zu schützen.
Ingwer Shots und heiße Zitronen können wohltuend sein, verhindern Erkältungen aber nicht nachweislich. Vitamin C unterstützt die normale Immunfunktion, schützt bei den meisten Menschen jedoch nicht zuverlässig vor einer Ansteckung. Vitamin D ist besonders bei einem Mangel wichtig, bietet als Nahrungsergänzung aber ebenfalls keinen garantierten Erkältungsschutz.
Setzen Sie deshalb lieber auf eine gute Grundversorgung, statt möglichst viele Immunpräparate einzunehmen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihnen bestimmte Nährstoffe fehlen oder welche Ergänzung für Sie sinnvoll ist, beraten wir Sie gerne persönlich in unserer Apotheke. So finden Sie eine Lösung, die zu Ihren Bedürfnissen passt.
Wir beraten Sie gerne weiter 🙂
Ihre Mag. Angela und Dr. Gerhard Wunder mit dem Team der Europa Apotheke





