Was Sie wirklich über gesunde Ernährung wissen müssen
Täglich begegnen uns neue Ernährungstipps. Heute wird ein bestimmtes Lebensmittel als besonders gesund gefeiert, morgen soll genau dieses plötzlich problematisch sein. Dazu kommen neue Diäten, Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungstrends und Schlagzeilen über einzelne Studien. Kein Wunder, dass viele Menschen irgendwann den Überblick verlieren.
Dabei ist gesunde Ernährung deutlich weniger kompliziert, als es die tägliche Informationsflut vermuten lässt. Entscheidend ist nicht, ob Sie jeden Ernährungstrend kennen oder Ihre Mahlzeiten bis ins kleinste Detail planen. Viel wichtiger ist das Gesamtbild Ihrer Ernährung.
Eine einzelne Mahlzeit macht noch keine gesunde oder ungesunde Ernährung. Auch ein Stück Kuchen, eine Pizza oder ein Restaurantbesuch sind kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Entscheidend ist vielmehr, was Sie über Wochen und Monate hinweg regelmäßig essen und trinken.
Die wichtigsten Grundlagen sind seit vielen Jahren bekannt. Eine abwechslungsreiche Auswahl an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und anderen möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln bildet eine gute Basis. Dazu kommen ausreichend Flüssigkeit, ein bewusster Umgang mit stark verarbeiteten Lebensmitteln und ein vernünftiger Umgang mit Zucker, Salz und Alkohol.
Gesunde Ernährung bedeutet also nicht Verzicht auf Lebensfreude. Sie bedeutet vor allem, im Alltag häufiger Lebensmittel auszuwählen, die Ihren Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen.
Was macht eine Ernährung eigentlich gesund?
Gesunde Ernährung lässt sich nicht an einem einzelnen Lebensmittel festmachen. Kein Apfel, kein grünes Gemüse und auch kein bestimmtes Nahrungsergänzungsmittel kann eine insgesamt ungünstige Ernährungsweise ausgleichen.
Vielmehr kommt es auf das Zusammenspiel verschiedener Lebensmittel und Nährstoffe an. Ihr Körper benötigt unter anderem Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette als Energielieferanten. Gleichzeitig braucht er Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und zahlreiche weitere natürliche Pflanzenstoffe.
Eine ausgewogene Ernährung sorgt dafür, dass diese unterschiedlichen Bedürfnisse möglichst zuverlässig abgedeckt werden.
Dabei muss nicht jede Mahlzeit perfekt zusammengesetzt sein. Sie müssen auch nicht jeden Tag exakt dieselbe Menge an Vitaminen oder Mineralstoffen aufnehmen. Der Körper kann bestimmte Nährstoffe speichern und die Versorgung lässt sich sinnvoll über einen längeren Zeitraum betrachten.
Das nimmt Druck aus dem Thema Ernährung.
Viel wichtiger als Perfektion ist eine gute Grundrichtung. Wenn Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und hochwertige Eiweißquellen regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen, schaffen Sie bereits eine solide Grundlage.
Die Basis: möglichst vielfältig essen
Abwechslung ist eine der wichtigsten Grundregeln gesunder Ernährung.
Wer über längere Zeit immer wieder dieselben Lebensmittel isst, schränkt automatisch die Bandbreite der aufgenommenen Nährstoffe ein. Unterschiedliche Lebensmittel enthalten unterschiedliche Kombinationen aus Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, Eiweiß, Fettsäuren und anderen wertvollen Bestandteilen.
Versuchen Sie deshalb, Ihren Speiseplan möglichst bunt und abwechslungsreich zu gestalten.
Das bedeutet beispielsweise, nicht immer nur Äpfel zu essen, sondern auch Beeren, Birnen, Orangen oder andere Obstsorten einzubauen. Beim Gemüse können Karotten, Paprika, Tomaten, Brokkoli, Kohl, Salate, Zucchini oder Hülsenfrüchte für Abwechslung sorgen.
Auch bei Getreideprodukten lohnt sich Vielfalt. Haferflocken, Vollkornbrot, Naturreis oder Vollkornnudeln können beispielsweise unterschiedliche Mahlzeiten bereichern.
Je vielfältiger Ihre Ernährung ist, desto leichter fällt es in der Regel, verschiedene Nährstoffe abzudecken.
Gemüse und Obst gehören regelmäßig auf den Teller
Gemüse und Obst liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und zahlreiche pflanzliche Inhaltsstoffe. Gleichzeitig sind viele Sorten relativ energiearm und können deshalb einen wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung bilden.
Für die tägliche Ernährung ist Gemüse besonders wertvoll. Eine praktische Orientierung ist, Gemüse bei möglichst vielen Hauptmahlzeiten einzuplanen.
Dabei muss es nicht immer ein großer Salat sein. Gemüse lässt sich in Suppen, Aufläufen, Pfannengerichten, Saucen oder als Beilage integrieren.
Auch Obst gehört zu einer abwechslungsreichen Ernährung. Eine Portion Obst kann beispielsweise ein Bestandteil des Frühstücks oder ein unkomplizierter Snack sein.
Wichtig ist dabei die Vielfalt. Unterschiedliche Farben sind nicht nur optisch interessant, sondern stehen häufig auch für unterschiedliche Pflanzenstoffe.
Ob frisch, tiefgekühlt oder beispielsweise als Bestandteil eines gekochten Gerichts: Es gibt viele Möglichkeiten, Obst und Gemüse alltagstauglich einzubauen.
Vollkorn und ballaststoffreiche Lebensmittel sind besonders interessant
Ballaststoffe werden häufig unterschätzt. Dabei spielen sie für eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle.
Sie kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen.
Ballaststoffreiche Lebensmittel können unter anderem dazu beitragen, länger satt zu bleiben. Außerdem sind Ballaststoffe für eine normale Verdauung wichtig und dienen den Mikroorganismen im Darm als Nahrung.
Wenn Sie bisher überwiegend Weißbrot, normale Nudeln oder andere Produkte aus stark verarbeitetem Getreide essen, können Sie schrittweise häufiger Vollkornvarianten ausprobieren.
Dabei müssen Sie nicht sofort sämtliche Lebensmittel austauschen. Schon kleine Veränderungen können den Speiseplan langfristig verbessern.
Ein Vollkornbrot zum Frühstück, Haferflocken im Müsli oder Vollkornreis als Beilage sind einfache Möglichkeiten.
Hülsenfrüchte verdienen mehr Aufmerksamkeit
Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Erbsen sind hervorragende Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung.
Sie liefern unter anderem pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe und lassen sich vielseitig verwenden. Besonders interessant sind Hülsenfrüchte auch deshalb, weil sie eine gute Möglichkeit bieten, häufiger pflanzliche Lebensmittel in den Speiseplan einzubauen.
Eine Linsensuppe, ein Kichererbsensalat, Bohnen im Eintopf oder ein Chili mit verschiedenen Hülsenfrüchten sind unkomplizierte Möglichkeiten.
Wer bisher kaum Hülsenfrüchte isst, sollte die Menge langsam steigern. Bei empfindlicher Verdauung kann eine schrittweise Gewöhnung sinnvoll sein.
Eiweiß ist wichtig, aber nicht jede Mahlzeit braucht ein Proteinprodukt
Eiweiß wird für zahlreiche Prozesse im Körper benötigt. Es ist unter anderem ein wichtiger Baustoff für Muskeln und andere Gewebe.
Gute Eiweißquellen gibt es sowohl bei tierischen als auch bei pflanzlichen Lebensmitteln. Dazu gehören beispielsweise Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Nüsse und Samen.
Für gesunde Erwachsene ist eine abwechslungsreiche Ernährung normalerweise gut geeignet, um den Eiweißbedarf zu decken.
Besonders bei älteren Menschen, sportlich aktiven Personen oder bei bestimmten gesundheitlichen Situationen kann die ausreichende Eiweißversorgung stärker in den Mittelpunkt rücken. Hier kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein.
Nicht notwendig ist hingegen, automatisch jedes Lebensmittel durch ein spezielles Proteinprodukt zu ergänzen. Proteinpulver und ähnliche Produkte können in bestimmten Situationen praktisch sein, sind aber kein Grundbestandteil einer gesunden Ernährung.
Fette sind nicht grundsätzlich schlecht
Kaum ein Ernährungsthema wurde über viele Jahre so vereinfacht dargestellt wie Fett.
Fett ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Es liefert Energie und erfüllt im Körper verschiedene Funktionen. Entscheidend ist deshalb nicht, Fett möglichst vollständig zu vermeiden, sondern auf die Qualität und die Menge zu achten.
Pflanzliche Öle, Nüsse und Samen können wertvolle ungesättigte Fettsäuren liefern. Auch fettreicher Fisch enthält bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
Gleichzeitig sollten sehr fettreiche, stark verarbeitete Lebensmittel nicht zur täglichen Grundlage der Ernährung werden.
Auch hier gilt: Es kommt auf das Gesamtbild an. Eine ausgewogene Ernährung benötigt kein striktes Fettverbot.
Zucker bewusst genießen
Zucker ist nicht automatisch „giftig“, wie manche Ernährungstrends suggerieren. Ein dauerhaft hoher Konsum zuckerreicher Lebensmittel und Getränke kann allerdings zu einer insgesamt ungünstigen Ernährung beitragen.
Besonders relevant sind Getränke. Limonaden, Energydrinks, gesüßte Eistees und andere zuckerhaltige Getränke liefern relativ schnell viel Zucker, ohne besonders lange satt zu machen.
Wasser und ungesüßte Getränke sind deshalb im Alltag eine gute Wahl.
Süßigkeiten, Kuchen oder Desserts müssen dagegen nicht vollständig aus der Ernährung verschwinden. Wer sich gelegentlich bewusst etwas gönnt, muss deswegen kein schlechtes Gewissen haben.
Entscheidend ist die Häufigkeit. Aus einem Genussmittel muss keine tägliche Gewohnheit werden.
Salz ist eine Frage der Menge
Auch Salz gehört zu einer normalen Ernährung. Zu viel Salz kann jedoch ungünstig für die Gesundheit sein, insbesondere im Hinblick auf den Blutdruck.
Viele Menschen nehmen einen großen Teil des Salzes nicht durch das Nachsalzen auf, sondern über verarbeitete Lebensmittel.
Brot, Wurstwaren, Käse, Fertiggerichte, Snacks und verschiedene Fertigprodukte können relevante Mengen enthalten.
Eine einfache Möglichkeit besteht deshalb darin, häufiger selbst zu kochen und Speisen mit Kräutern, Gewürzen, Knoblauch oder anderen natürlichen Zutaten geschmacklich abwechslungsreich zu gestalten.
Sie müssen dabei nicht komplett auf Salz verzichten. Es geht vielmehr um einen bewussten Umgang damit.
Wasser bleibt das wichtigste Getränk
Ausreichend zu trinken ist eine der einfachsten Grundlagen einer gesunden Ernährung.
Wasser ist dafür besonders geeignet. Auch ungesüßter Tee kann zur Flüssigkeitsversorgung beitragen.
Wie viel Flüssigkeit jemand benötigt, hängt unter anderem von Körpergröße, Ernährung, körperlicher Aktivität, Temperatur und individuellen Umständen ab. Bei Sport, großer Hitze oder starkem Schwitzen steigt der Flüssigkeitsbedarf.
Ein praktischer Orientierungspunkt ist das Durstgefühl. Bei bestimmten Erkrankungen kann allerdings eine individuelle Trinkmenge empfohlen sein. In solchen Fällen sollten Sie sich an die ärztliche Empfehlung halten.
Zuckerhaltige Getränke sollten eher die Ausnahme bleiben.
Stark verarbeitete Lebensmittel nicht verteufeln, aber bewusst konsumieren
In der Diskussion über Ernährung taucht immer häufiger der Begriff „ultra verarbeitet“ auf. Dabei entsteht manchmal der Eindruck, dass jedes industriell hergestellte Lebensmittel automatisch ungesund sei.
So einfach ist es nicht.
Verarbeitung ist zunächst nichts Negatives. Brot wird gebacken, Gemüse wird tiefgekühlt, Milch wird verarbeitet und Hülsenfrüchte werden gekocht. Solche Prozesse können Lebensmittel sogar haltbarer und praktischer machen.
Problematisch kann vielmehr eine Ernährung werden, die sehr stark von energiereichen, nährstoffarmen und stark verarbeiteten Produkten geprägt ist.
Dazu können beispielsweise bestimmte Snacks, Süßwaren, stark zuckerhaltige Produkte und manche Fertiggerichte gehören.
Die praktische Konsequenz lautet deshalb nicht „nichts Verarbeitetes essen“, sondern: möglichst häufig auf eine vielfältige Auswahl an wenig oder moderat verarbeiteten Lebensmitteln setzen.
Muss Bio sein?
Bio Lebensmittel können eine sinnvolle Wahl sein. Sie sind aber keine zwingende Voraussetzung für eine gesunde Ernährung.
Wenn Ihr Budget begrenzt ist, ist es nicht notwendig, ausschließlich Bio Produkte zu kaufen. Für die gesundheitliche Qualität Ihrer Ernährung sind die grundlegenden Lebensmittelgruppen und die gesamte Ernährungsweise wesentlich wichtiger.
Ob konventionell oder biologisch produziert: Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich.
Entscheidend ist letztlich, dass Sie überhaupt regelmäßig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und andere nährstoffreiche Lebensmittel essen.
Brauchen gesunde Menschen Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht mit einer ausgewogenen Ernährung gleichgesetzt werden.
Ein Vitaminpräparat kann beispielsweise dann interessant sein, wenn ein erhöhter Bedarf besteht oder eine ausreichende Versorgung über die Ernährung nicht zuverlässig erreicht wird.
Das kann von Alter, Lebensphase, Ernährungsweise oder bestimmten gesundheitlichen Umständen abhängen.
Eine pauschale Einnahme möglichst vieler Präparate ist dagegen nicht automatisch gesund. Auch Vitamine und Mineralstoffe können bei übermäßiger Einnahme unerwünschte Wirkungen haben.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Nahrungsergänzungsmittel für Sie sinnvoll ist, kann eine Beratung in der Apotheke oder eine ärztliche Abklärung hilfreich sein.
Gesunde Ernährung muss zum Leben passen
Eine Ernährung kann auf dem Papier perfekt aussehen und trotzdem im Alltag nicht funktionieren.
Wenn Sie morgens wenig Zeit haben, regelmäßig unterwegs essen oder für eine Familie kochen, brauchen Sie Lösungen, die zu Ihrem tatsächlichen Leben passen.
Deshalb sind einfache Gewohnheiten häufig wertvoller als komplizierte Ernährungspläne.
Bereiten Sie beispielsweise Gemüse bereits am Vorabend vor. Haben Sie Obst griffbereit. Kaufen Sie regelmäßig Vollkornprodukte ein. Kochen Sie größere Mengen und verwenden Sie Reste am nächsten Tag. Halten Sie einfache Zutaten für schnelle Mahlzeiten zu Hause bereit.
Gesunde Ernährung entsteht nicht nur durch Wissen. Sie entsteht vor allem durch Routinen.
Was sind die Basics für gesunde Ernährung?
Wenn Sie die wichtigsten Regeln auf wenige Punkte reduzieren möchten, können Sie sich an einer einfachen Grundstruktur orientieren.
- Essen Sie möglichst abwechslungsreich.
- Bauen Sie reichlich Gemüse und regelmäßig Obst in Ihren Speiseplan ein.
- Bevorzugen Sie häufig Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel.
- Essen Sie regelmäßig Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.
- Achten Sie auf abwechslungsreiche Eiweißquellen.
- Verwenden Sie überwiegend hochwertige pflanzliche Öle.
- Trinken Sie hauptsächlich Wasser und ungesüßte Getränke.
- Gehen Sie bewusst mit Zucker und stark gesüßten Lebensmitteln um.
- Reduzieren Sie stark verarbeitete, sehr salzige und sehr energiereiche Lebensmittel, ohne daraus ein absolutes Verbot zu machen.
- Genießen Sie Alkohol möglichst selten und berücksichtigen Sie, dass aus gesundheitlicher Sicht weniger grundsätzlich besser ist.
Und vor allem: Versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig zu verändern.
Regeln, die für alle gelten sollten, aber nicht für jeden gleich aussehen
Es gibt einige Grundprinzipien, die für fast alle Menschen sinnvoll sind. Trotzdem bedeutet gesunde Ernährung nicht für jeden dasselbe.
Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene. Sportler benötigen abhängig von Trainingsumfang und Zielsetzung möglicherweise mehr Energie und Eiweiß. Im höheren Alter kann die ausreichende Versorgung mit Eiweiß und bestimmten Nährstoffen wichtiger werden.
Auch Schwangerschaft und Stillzeit verändern den Nährstoffbedarf.
Menschen mit bestimmten Erkrankungen benötigen ebenfalls eine individuell angepasste Ernährung. Bei Diabetes, Nierenerkrankungen, bestimmten Magen Darm Erkrankungen oder Lebensmittelunverträglichkeiten können andere Empfehlungen gelten.
Deshalb sollte eine allgemeine Ernährungsempfehlung niemals eine individuelle medizinische Beratung ersetzen.
Die Grundidee bleibt aber bestehen: möglichst vielfältig, ausgewogen und nährstoffreich essen und die Ernährung an die persönliche Lebenssituation anpassen.
Was Sie von Ernährungstrends halten können
Wenn eine neue Ernährungsmethode besonders spektakulär klingt, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck.
Verspricht sie schnelle Ergebnisse ohne Veränderung der Lebensweise? Wird ein einzelnes Lebensmittel als Lösung für zahlreiche gesundheitliche Probleme dargestellt? Werden ganze Lebensmittelgruppen ohne medizinischen Grund ausgeschlossen? Oder wird behauptet, dass eine einzige Ernährungsform für alle Menschen optimal sei?
Dann ist Skepsis angebracht.
Seriöse Ernährungswissenschaft ist meistens weniger spektakulär. Sie beschäftigt sich mit langfristigen Zusammenhängen, betrachtet unterschiedliche Studien und berücksichtigt auch die Qualität der vorhandenen Daten.
Das bedeutet nicht, dass sich Empfehlungen niemals verändern. Wissenschaft entwickelt sich weiter. Neue Erkenntnisse können bestehende Annahmen ergänzen oder korrigieren.
Die großen Grundprinzipien einer ausgewogenen Ernährung sind davon jedoch deutlich weniger betroffen, als es viele Schlagzeilen vermuten lassen.
Kleine Veränderungen können mehr bringen als radikale Diäten
Wenn Sie Ihre Ernährung verbessern möchten, müssen Sie nicht von heute auf morgen alles umstellen.
Vielleicht beginnen Sie damit, täglich eine zusätzliche Portion Gemüse zu essen. Oder Sie ersetzen ein zuckerhaltiges Getränk durch Wasser. Vielleicht wählen Sie beim nächsten Einkauf Vollkornbrot oder nehmen statt Süßigkeiten am Nachmittag eine Portion Obst und Nüsse.
Solche Veränderungen wirken unspektakulär. Genau darin liegt ihre Stärke.
Eine Ernährungsweise, die Sie dauerhaft umsetzen können, ist meistens sinnvoller als ein strenger Plan, den Sie nach zwei Wochen wieder abbrechen.
Gesundheit entsteht nicht durch einen perfekten Tag. Sie entsteht durch viele vernünftige Entscheidungen, die sich über lange Zeit wiederholen.
Die wichtigste Regel: Ernährung soll auch Freude machen
Gesunde Ernährung darf schmecken.
Sie dürfen gemeinsam mit Freunden essen. Sie dürfen einen Kuchen genießen. Sie dürfen im Urlaub lokale Spezialitäten ausprobieren. Sie müssen nicht jedes Lebensmittel nach Kalorien, Zucker oder Fett bewerten.
Ein entspanntes Verhältnis zum Essen gehört ebenfalls zu einem gesunden Lebensstil.
Wenn die Ernährung ständig von Verboten, schlechtem Gewissen und Kontrolle geprägt ist, kann das auf Dauer belastender sein als ein gelegentlicher Genuss.
Das Ziel sollte deshalb nicht sein, möglichst „perfekt“ zu essen. Ziel ist eine Ernährungsweise, die Ihren Körper gut versorgt, zu Ihrem Alltag passt und Ihnen gleichzeitig Freude bereitet.
Zusammenfassung: Die Basics sind einfacher, als viele denken
Gesunde Ernährung muss kein kompliziertes Projekt sein. Entscheidend ist nicht die einzelne Mahlzeit und auch nicht der neueste Ernährungstrend, sondern das, was Sie regelmäßig und über längere Zeit essen.
Setzen Sie auf Abwechslung und bevorzugen Sie möglichst häufig Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und andere wenig verarbeitete Lebensmittel. Achten Sie auf abwechslungsreiche Eiweißquellen und verwenden Sie überwiegend hochwertige pflanzliche Öle. Wasser und ungesüßte Getränke sollten den Alltag bestimmen.
Zucker, Salz, stark verarbeitete Lebensmittel und Alkohol müssen nicht pauschal verboten werden. Ein bewusster und maßvoller Umgang ist entscheidend.
Ebenso wichtig ist, dass Ihre Ernährung zu Ihrem Leben passt. Kleine Veränderungen, die dauerhaft funktionieren, sind wertvoller als kurzfristige radikale Diäten.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihnen bestimmte Nährstoffe fehlen oder ob Nahrungsergänzungsmittel für Sie sinnvoll sind, können Sie sich individuell in Ihrer Apotheke beraten lassen.
Wir beraten Sie gerne weiter 🙂
Ihre Mag. Angela und Dr. Gerhard Wunder mit dem Team der Europa Apotheke





